Fußball ist die wohl populärste Sportart der Welt. Insbesondere in Europa, Südamerika und Afrika, aber auch in Teilen Asiens dominiert der Fußball die gesamte Sportberichterstattung. Auch wenn der Frauenfußball weitaus weniger präsent in den weltweiten Medien ist, ist Fußball auch bei Frauen in den meisten Ländern der Welt die beliebteste Sportart.

Einleitung

Fußball ist sowohl die Bezeichnung für eine Mannschaftssportart als auch für das Spielgerät selbst.

Fußball wird normalerweise von zwei Mannschaften aus je elf Spielern oder Spielerinnen auf einem rechteckigen Spielfeld gespielt.
Ziel des Spieles ist es, den Ball möglichst oft in das gegnerische Tor zu befördern, ohne dabei Arme oder Hände zu Hilfe zu nehmen. Gleichzeitig versucht man zu verhindern, dass die gegnerische Mannschaft Tore erzielt.
Die Tore befinden sich in der Mitte der beiden kurzen Seiten des Spielfelds.
Bewacht werden sie von einem besonderen Spieler der jeweiligen Mannschaft, dem Torwart, der innerhalb des Strafraums den Ball auch mit den Händen spielen darf. Außer dem Torwart gibt es auch noch andere Spieler (Feldspieler), z. B. Abwehr, Mittelfeld und Sturmspieler.

Sieger ist die Mannschaft, die die meisten Tore erzielen konnte.
Bei Gleichstand endet das Spiel unentschieden. Eine Ausnahme bilden Spiele in sogenannten KO-Runden: da in diesem Fall ein Sieger ermittelt werden muss, geht das Spiel nach Ablauf der regulären Spielzeit in die Verlängerung, steht es auch danach noch Unentschieden, wird der Sieger durch Elfmeterschießen ermittelt. Dieser Modus kommt bei Welt- und Europameisterschaften, internationalen Pokalfinalspielen und in einigen Ländern, z.B. in Deutschland, auch im nationalen Pokalwettbewerb zur Anwendung.

Geschichte

1846

Studenten der Universität Cambridge verfassen die ersten Fußball-Regeln. Danach besteht eine Mannschaft aus 15 bis 20 Spielern.

1864

Vorschriften zur Spielkleidung: Hosen müssen die Knie bedecken und die Mützen mit Quasten versehen sein.

1865

Begrenzung der Tore mit einer Schnur in Höhe von 2,44 m.

1866

Erste Modifizierung der Abseitsregel: Ein Spieler ist nur dann abseits, wenn er bei der Ballannahme weniger als drei Gegner vor sich hat. Im “Sheffield Code” werden Eckball und Freistoß eingeführt.

1870

Die FA beschränkt die Zahl der Spieler auf 11.

1871

Die FA verbietet allen Feldspielern das Handspiel, nur der Torwart darf den Ball in der eigenen Hälfte mit der Hand spielen, hat ihn aber nach zwei Schritten wieder freizugeben.

1872

Festlegung einer einheitlichen Ballgröße.

1874

Schiedsrichter leiten das Spiel. Dr. phil. Konrad Koch, Lehrer in Braunschweig, gibt die ersten deutschsprachigen Fußball-Regeln heraus.

1875

Querlatten in 2,44 m Höhe als obere Begrenzung des Tors. Einführung von Halbzeitpause und Seitenwechsel.

1877

Schiedsrichter darf Platzverweis erteilen.

1880

Der Freistoß wird als “Strafe” definiert.

1882

Einwurf mit beiden Händen wird erlaubt.

1889

Der Schiedsrichter erhält alleinige Entscheidungsbefugnis und zur Unterstützung zwei Linienrichter.

1890

Einführung der Tornetze.

1891

Einführung des Strafstosses.

1896

In den “Jenaer Regeln” wird festgelegt, dass in Deutschland die Spielfelder frei von Bäumen und Sträuchern sein müssen.

1897

Einführung der Begriffe “vorsätzlich” und “absichtlich” zur Abstufung des Strafkataloges für Foulspiel.

1902

Aus dem Strafraumhalbkreis wird ein Rechteck.

1903

Dem Torwart wird das Handspiel nur noch im eigenen Strafraum gestattet.

1904

Die FIFA definiert den Begriff “gefährliches Spiel”, führt den direkten Freistoß ein und hebt die Bestimmung auf, wonach die Hosen der Spieler die Knie bedecken müssen.

1906

Neue Regeln verbieten dem Torwart, beim Elfmeter die Torlinie zu verlassen, er darf sich aber bewegen, um den Schützen zu irritieren. Ferner werden Metalleinlagen in den Fußballschuhen untersagt, der Ball muss aus Leder sein und die Schiedsrichter sind gehalten, ein Spielprotokoll anzufertigen.

1907

Das Abseits in der eigenen Spielhälfte wird aufgehoben.

1909

Bestimmungen zum Platzverweis werden festgelegt.

1913

Der “gebührende Abstand” zwischen Schütze und Gegenspielern beim Freistoß wird auf 10 Yards = 9,15 Meter festgelegt.

1920

Abseits beim Einwurf wird aufgehoben.

1924

Der Eckball darf direkt in ein Tor verwandelt werden.

1925

Änderung der Abseitsregel: Im Augenblick seiner Ballabgabe müssen sich zwischen dem Spieler und dem Tor mindestens zwei Gegenspieler aufhalten.

1929

Regeländerung beim Elfmeter: Der Torwart darf sich bis zum Schuss auf der Torlinie nicht mehr bewegen.

1930

1. FIFA-Weltmeisterschaft in Uruguay (Weltmeister: Uruguay)

1939

Offizielle Einführung der Rückennummern.

1960

Einführung des Europapokals der Nationen durch die UEFA, ab 1968 Europameisterschaft genannt.

1965

In der englischen Liga wird die Auswechslung eines verletzten Spielers während der gesamten Spielzeit gestattet.

1966

Die englische Liga führt ein neues Auswechsel-System ein. Unabhängig von Verletzungen dürfen zwei Spieler während des gesamten Spiels ausgewechselt werden. Diese Regel gilt bald weltweit.

1970

Einführung der gelben und roten Karten. Einwechslung von zwei Ersatzspielern bei der WM erlaubt. Einführung des Elfmeterschiessens nach Verlängerung.

1974

Automatische Sperre nach mehreren gelben Karten.

1983

Rote Karte für die “Notbremse”.

1984

Gelbe Karte für “überschwenglichen Jubel”.

1990

“Gleiche Höhe” ist nicht mehr abseits.

1991

Einführung der gelb-roten Karte als abgestufter Platzverweis.

1992

Der Rückpass zum Torhüter wird verboten.

1993

Verbot der “Grätsche von hinten” (sogn. Blutgrätsche)

1995

Einwechslung von drei Ersatzspielern wird erlaubt. Europäischer Gerichtshof entscheidet auf Klage von Jean-Marc Bosman, dass Fußballer normale Arbeitnehmer sind ("Bosman-Urteil").

1996

“Golden Goal” wird erstmals bei der EM eingeführt.

2002

"Golden Goal" wird nach der WM wieder abgeschafft.


Regeln

Beim Fußball wird zwischen dem Spiel auf dem freien Feld und Fußball in der Halle (Hallenfußball) unterschieden.

Das Spiel auf freiem Feld unterliegt im allgemeinen folgenden Regeln:
Gespielt wird auf einem rechteckigen Feld, das eben und frei von Hindernissen ist. Normalerweise besteht der Bodenbelag im Profifußball aus Rasen, seltener wird auf einem Hartplatz oder Kunstrasenplatz gespielt.

Die Länge der kurzen Seiten (Torauslinie) sollte zwischen 45m und 90m, die der langen Seiten (Seitenauslinie) zwischen 90m und 120m betragen (üblich sind 70m auf 105m).

Das Spielfeld wird durch weiße Linien (i.d.R. Kalk) begrenzt.

Diese markieren außerdem die Mittellinie, den Anstoßkreis, den Strafraum und den 5m-Raum.

In der Mitte der kurzen Seiten befindet sich je ein Tor. Es besteht aus zwei "Pfosten", die 2,44 m (8 Fuß) hoch sein sollen. Sie sind oben durch die 7,32 m (8 Yards) lange "Querlatte" verbunden. Die Tore sind mit Netzen versehen, die den Ball auffangen und einen Torerfolg anzeigen sollen.

Der Ball soll rund sein und aus einem geeigneten Material bestehen, z.B. Leder. Er soll einen Umfang von 68cm bis 70cm haben und zwischen 410g und 450g schwer sein.

Der Ball darf mit dem ganzen Körper gespielt werden, außer mit Armen und Händen.

Davon ausgenommen ist der Torwart. Er ist als solcher durch Kleidung gekennzeichnet, die sich deutlich von den Trikots der Feldspieler und des Schiedsrichters unterscheidet. Er darf als einziger während des laufenden Spiels den Ball auch mit Händen und Armen berühren, jedoch nur innerhalb des eigenen Strafraums und nur, wenn der Ball nicht vom eigenen Mitspieler zu ihm zurückgespielt wurde. Außerhalb dieser Zone verhält er sich wie ein normaler Feldspieler. In jeder Mannschaft übernimmt ein Spieler die Rolle des Torwarts, dessen Aufgabe normalerweise darin besteht, als letzte Abwehrmaßnahme gegnerische Tore zu verhindern.

Auch Feldspieler dürfen ausnahmsweise den Ball mit den Händen spielen, und zwar beim Einwurf, um den Ball wieder ins Spiel zu bringen, nachdem er die Seitenauslinie überquert hat.

Die Spielzeit beträgt im Erwachsenenbereich 90 Minuten, aufgeteilt in zwei Halbzeiten von je 45 Minuten Dauer mit einer Halbzeitpause von maximal 15 Minuten. Die tatsächliche Spieldauer ist jedoch meist länger als 90 Minuten, da der Schiedsrichter aufgrund von Unterbrechungen die Spieldauer um eine entsprechende "Nachspielzeit" verlängern kann.

Eine Mannschaft besteht aus 10 Feldspielern und einem Torwart. Durch Platzverweise ("Rote Karte" oder "gelb-rote Karte") kann sich die Zahl der Spieler reduzieren. Insgesamt dürfen maximal 3 Ersatzspieler bei Bedarf eingewechselt werden, um erschöpfte oder verletzte Spieler auszutauschen oder taktische Änderungen vorzunehmen.

Die Einhaltung der Regeln wird von einem Schiedsrichter auf dem Spielfeld überwacht.

Er wird bei höherklassigen Spielen von zwei Assistenten (Linienrichtern) an den Längsseiten des Spielfeldes unterstützt. Bei vielen internationalen Spielen (Europapokal, Champions-League, EM, WM) und auch in der Bundesliga steht zudem ein weiterer Assistent, der sogenannte "4. Mann" zur Verfügung. Seine Aufgabe ist es, das Verhalten der Trainer, Betreuer und Ersatzspieler zu überwachen, Ein-/Auswechselungen abzuwickeln und die Nachspielzeit anzuzeigen.

Verstößt ein Spieler gegen die Regeln, entscheidet der Schiedsrichter auf Foul. Das Spiel wird unterbrochen, und die Mannschaft, der dieser Spieler nicht angehört, erhält einen Freistoß, oder, wenn das Foul im Strafraum begangen wurde, einen Strafstoß.

Außerdem kann der Schiedsrichter eine Verwarnung gegen den foulenden Spieler aussprechen. Dies zeigt er durch die "Gelbe Karte" an.
Bei schweren Regelverstößen kann er den Spieler auch des Platzes verweisen.
Ein Platzverweis wird durch die "Rote Karte" angezeigt.
Zu einem Platzverweis führt auch, wenn ein Spieler die zweite Gelbe Karte in einem Spiel bekommt, diese zieht dann automatisch eine rote Karte nach sich, weshalb sie auch "gelb-rote Karte" genannt wird. Für den Fall, dass ein Spieler die "Rote Karte" gezeigt bekommt, muss er sofort das Spielfeld verlassen und muss sofort in die Kabine gehen, denn ein weiterer Aufenthalt bei den Ersatzbänken ist nicht zulässig!

Die Abseitsregel wird häufig als komplizierteste Regel im Fußball bezeichnet. Danach handelt ein Spieler regelwidrig, wenn er zum Zeitpunkt der Ballabgabe von einem Mitspieler, der gegnerischen Torlinie näher ist als der Ball und der letzte Feldspieler und aktiv am Spielgeschehen teilnimmt, in dem er ins Spiel eingreift, einen Gegner beeinflusst oder aus seiner Stellung einen Vorteil zieht.
Es liegt keine Regelübertretung vor, wenn ein Spieler den Ball direkt von einem Einwurf, Abstoß oder Eckstoß erhält. Es liegt auch kein Abseits vor, wenn der Angespielte in der eigenen Hälfte steht.

Näheres zu den Regeln findet sich unter: http://www.dfb.de/dfb-info/regeln/.

Spielarten und gesellschaftliche Bedeutung

Das Fußballspiel hat sowohl als Spitzensportart mit Aktienbörsen-Präsenz als auch als Breitensportart große Bedeutung. Es wird in Vereinen und Schulen gespielt, aber auch in Straßenmannschaften und mit freierer Regelinterpretation auf Bolzplätzen und beliebigen Freiflächen. In einigen ärmeren Ländern, z.B. in Brasilien ist der Traum, ein Fußballstar zu werden, eine der wenigen Möglichkeiten, den Armenvierteln zu entrinnen.