Corona Spielbetrieb eingestellt

Unsere Seniorenteams waren aufgrund der Bodenverhältnisse auf den Naturrasenplätzen noch nicht wieder in den Liga-Spielbetrieb gestartet, da kam am Freitag, dem Dreizehnten (!) März 2020, die nächste Hiobsbotschaft. Aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus und dem Versuch dessen Verbreitung zu verlangsamen, haben viele Kommunen und Verbände einschneidende Maßnahmen angeordnet.

Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen hat den Spielbetrieb für alle Altersgruppen und Spielklassen bis zum 19.04.2020 vorübergehend ausgesetzt.

Die offizielle Mitteilung des FLVW lautet wie folgt:

"Das Präsidium des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen (FLVW) hat heute (13.03.2020) entschieden, den Spielbetrieb bis einschließlich zum Ende der Osterferien einzustellen. Dies betrifft die in der Zuständigkeit des FLVW liegenden Begegnungen der Männer-, Frauen- und Jugend-Spielklassen inklusive aller Futsal-Ligen (Kreisligen bis Oberliga Westfalen) sowie Aktivitäten der Jugend-Talentsichtung und -förderung. Maßnahmen der westfälischen Leichtathletik werden ebenfalls bis auf weiteres abgesagt. Damit reagiert der Verband nach einer NRW-weiten Abstimmung mit den Fußballverbänden Mittelrhein (FVM) und Niederrhein (FVN) auf die aktuelle Entwicklung rund um den Coronavirus.

„Es ist uns bewusst, dass es eine drastische Maßnahme ist. Wir sahen aber im Sinne der Verantwortung für unsere Aktiven und Fans keine andere Möglichkeit“, sagt FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski. „Nur gemeinsam können wir die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen, dazu müssen auch der Fußball und die Leichtathletik beitragen. Wir hoffen im Sinne der Solidarität vor allem mit älteren und gesundheitlich vorbelasteten Menschen auf das Verständnis unserer Vereine.“

Neben den angesetzten Partien des regulären Spielbetriebs sind auch alle Freundschaftsspiele, Spielrunden und Turniere (sowohl in der Halle als auch auf dem Feld) von der Einstellung betroffen. Die Zielsetzung eines sportlichen Saisonabschlusses bleibt hiervon unberührt. Ein entsprechendes Konzept wird aktuell entwickelt.

Auch die Talentsichtung und die Talentförderung sind betroffen. So hat der FLVW die internationale Jugendbegegnung in Bulgarien für die U16- und U17-Westfalenauswahl sowie die sämtliche Lehrgangsmaßnahmen der Verbandsauswahlen der Junioren und Juniorinnen abgesagt. Gleiches gilt für den Trainingsbetrieb und sonstigen Maßnahmen der DFB-Stützpunkte. „Wir sehen uns hier in einer gemeinsamen Verantwortung und setzen daher die Maßnahmen parallel zum Spielbetrieb ab“, so Vizepräsident Jugend Holger Bellinghoff.

Inwieweit Vereine ihren Trainingsbetrieb aufrechterhalten wollen, ist den jeweiligen Verantwortlichen selbst überlassen. Alle Vereine sind weiterhin aufgefordert, aktiv zu prüfen, ob es Spielerinnen und Spieler in ihren Mannschaften gibt, die in den vergangenen zwei Wochen aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind oder Symptome aufweisen.

„Uns ist durchaus bewusst, wie viel organisatorischer Aufwand diese Entscheidung für unsere Kreise und Vereine bedeutet. Wir hoffen, dass wir nach der genannten Zeitspanne den Spielbetrieb wieder aufnehmen und die Saison zu ende führen können“, sagt Vizepräsident Amateurfußball Manfred Schnieders.

In der westfälischen Leichtathletik fallen alle zentralen und dezentralen Aus- und Fortbildungsangebote in den Bereichen C-/B-Lizenz, Kampfrichterwesen und im Jugendbereich aus oder werden verschoben. Das Gleiche gilt für Sitzungen und Tagungen. Für Laufveranstalter gilt ebenfalls die Empfehlung, alle Veranstaltungen bis mindestens zum 19. April auszusetzen. Allen Veranstaltern soll die Möglichkeit eingeräumt werden, im Laufe des Jahres einen Ersatztermin zu finden.

Eine Neubewertung der Lage für den Spielbetrieb und das Wettkampfwesen erfolgt durch die Task Force des FLVW täglich.

Über aktuelle Entwicklungen zum Thema halten wir Sie weiterhin auf der Verbands-Homepage auf dem Laufenden: www.flvw.de."


Interview mit dem Vorsitzenden des FLVW Paderborn Dietmar Ape im Westfälischen Volksblatt vom 14.03.2020:

„Keiner weiß, wie’s weitergeht“

FLVW-Kreis Paderborn: Alle Veranstaltungen bis zum 19. April abgesagt. Vorsitzender Dietmar Ape kann sich sogar vorstellen, die Saison komplett zu wiederholen

Paderborn. Das Präsidium des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) hat am gestrigen Freitag entschieden, den Spielbetrieb bis einschließlich zum 19. April einzustellen. Dies betrifft die in der Zuständigkeit des FLVW liegenden Begegnungen der Männer-, Frauen- und Jugend-Spielklassen inklusive aller Futsal-Ligen (Kreisligen bis Oberliga Westfalen) sowie Aktivitäten der Jugend-Talentsichtung und -förderung. Maßnahmen der westfälischen Leichtathletik wie Aus- und Fortbildungsangebote werden ebenfalls bis auf Weiteres abgesagt. „Es ist uns bewusst, dass es eine drastische Maßnahme ist. Wir sahen aber im Sinne der Verantwortung für unsere Aktiven und Fans keine andere Möglichkeit. Nur gemeinsam können wir die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen”, sagt FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski. Was bedeutet das für den FLVW-Kreis Paderborn? Peter Klute sprach mit dem Vorsitzenden Dietmar Ape.

Herr Ape, wie hat der Fußball- und Leichathletikkreis auf die Entscheidung des Verbandes reagiert?

Dietmar Ape: Wir tragen die Entscheidung des Verbandes mit und schließen uns ihr in vollem Umfang an. Damit folgen wir Bundeskanzlerin Angela Merkel, die am Donnerstag gesagt hat, man solle soziale Kontakte vermeiden. Wir werden alle Veranstaltungen, auf die wir Einfluss nehmen können, absagen. Hätte es die Verbandsentscheidung nicht gegeben, aber die verantwortlichen Behörden vor Ort hätten reagiert, hätten wir uns dort angeschlossen. Von unserer Seite dürfen die Mannschaften trainieren, solange die Kommunen das nicht verbieten.

Die Absagen gehen über den Spielbetrieb in den Fußball-Amateurklassen hinaus.

Ape: Ja, das betrifft auch die Kreisauswahlen und alle Veranstaltungen in der Leichtathletik, Freizeit- und Gesundheitssport, ob Wettkämpfe oder Fortbildungen.

Wie geht es Ihnen damit?

Ape: Ich bin einigermaßen relaxed, obwohl ich zugeben muss, dass ich so etwas noch nie erlebt habe und dass es etwas Ähnliches auch noch nie gegeben hat. Wir stellen uns unserer Verantwortung, werden jetzt aber nicht in Panik verfallen.

Was bedeutet die neueste Entwicklung ganz konkret für die laufende Saison?

Ape: Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Keiner weiß, wie es weitergeht. Ich möchte da auch nicht zuviel zu sagen, obwohl ich bereits alle möglichen Szenarien durchgeträumt habe. Aber niemand hat wirklich eine Ahnung, wie sich das Ganze entwickelt.

Was die Bundesligen betrifft, würde eine Verlegung der Europameisterschaft für einen Zeitpuffer sorgen. Im Amateurfußball spricht aber doch eigentlich nichts dagegen, die Saison so oder so bis Ende Juni zu verlängern, oder?

Ape: So einfach ist das nicht. Irgendwann sind Ferien, und es gibt auch andere Veranstaltungen. Da spielen so viele Faktoren eine Rolle. Ich würde es, Stand jetzt, nicht ausschließen, dass der SC Paderborn in der kommenden Saison noch in der Bundesliga spielt, auch wenn er die Saison als Tabellenletzter beendet.

Sie meinen eine Aufstockung?

Ape: Zumindest im Kreis Paderborn könnte ich mir auch vorstellen, dass wir die komplette Saison ad acta legen und ab August die Serie neu spielen. Sollte es schon Meisterschalen geben, müssten wir sie eben einschmelzen.